Coronalogik

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Steve

Forenbeiträge: 219


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08.06.2020 14:30 Uhr
Nach den aktuell geltenden Regeln der Landesregierung darf man zwar mit 9 wildfremden Menschen in seiner Wohnung eine Party feiern. Aber im Freien gilt

"Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist bis zum Ablauf des 14. Juni 2020 nur alleine oder im Kreis der Angehörigen des eigenen (dürften bei den meisten Singles recht wenige sein) sowie eines weiteren Haushalts gestattet."

Das erscheint einigermaßen widersprüchlich, denn im Freien ist es zum einen deutlich leichter, Abstand zu halten. Zum anderen ist die Ansteckungsgefahr in Innenräumen erheblich höher, da die Aeorosole länger in der Luft bleiben. Hierzu aus den Medien:

"Noch geringer ist das Infektionsrisiko über Aerosole im Außenbereich: Hier werden die Aerosole und damit auch die enthaltenen Viren vom Wind verteilt und dabei sehr stark verdünnt. Restaurantterrassen seien beispielsweise eine recht sichere Zone, erklärte Prof. Christian Drosten [...]"

Restaurantterassen gelten auch als öffentlicher Raum, daher siehe oben... Bei Nichteinhaltung dieser Regeln kann die Polizei oder das Ordnungsamt Bußgelder verhängen, gab es schon derletzt laut Stuttgarter Zeitung: drei junge Frauen mussten je 528,50 Euro für einen „kurzen Plausch am See" zahlen, weil sie den vorgesehenen Mindestabstand zueinander nicht eingehalten hätten.

Diese Logik kann ich nicht nachvollziehen. In der Wohnung bei höherem Infektionsrisiko zehn Leutchen, draußen bei geringerem nur zwei (wenn man von Singles ohne weitere Haushaltsangehörige ausgeht). Vielleicht bin ich aber nur mal wieder zu dumm, und es gibt für diese Vorgaben eine schlüssige Erklärung?

Meine alten Beiträge: https://www.stuttgartersingles.de/forum/search/user/id/113245


Wolle60

Forenbeiträge: 993


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08.06.2020 18:56 Uhr
Ich denke die Logik liegt im Grundgesetz begründet. Da geht es um die Unverletzlichkeit des Privatraums, der einen sehr hohen Schutz genießt. Im Umkehrschluss würde die Einflussnahme des Staates bis in die Privaträume eine Grundgesetzverletzung darstellen. Hier wird also explizit an die Vernunft des mündigen Bürgers appelliert bzw. vorausgesetzt.

Privatraum ist also tabu bzw kann nur ein Gebot ausgesprochen werden; öffentlicher Raum dagegen kann reglementiert werden.

Generell ist aber natürlich auch festzustellen, daß in dieser weltweiten Ausnahmesituation einfach nicht alles einer durchgängigen Logik entsprechen kann.

"Lieber PIZZA-HUT als Aluhut"


Steve

Forenbeiträge: 219


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11.06.2020 11:30 Uhr
Die Regierung liest offenbar hier mit, denn die Regelung wurde vorzeitig geändert :)

„Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist künftig in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei Haushalten oder bis zu zehn Personen gestattet" und "Rudi Hoogvliet, Sprecher der Landesregierung: Der Passus in der Corona-Verordnung des Landes, der vom 10. Juni an gilt, bedeute, „man kann sich zu zehnt aus komplett verschiedenen Haushalten treffen“".

Meine alten Beiträge: https://www.stuttgartersingles.de/forum/search/user/id/113245


Wolle60

Forenbeiträge: 993


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11.06.2020 18:37 Uhr
jaja, es menschelt bis in hohe Regierungskreise;
Konfusion in Coronazeiten

Schwamm drüber, cool bleiben, wir wissen schon wie unsere "Chefs" das gemeint haben

"Lieber PIZZA-HUT als Aluhut"




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